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07.08.2021
Lyrik

Sommertag – ein Gedicht


Ein sommerliches Gedicht von WIR in UER Leserin Kerstin Blumberg aus Wilhelmsburg.

Sommertag

Schon morgens um vier färbt sich der Himmel orange-gelb
und die Sonne verabschiedet sich von der anderen Seite der Welt,
schickt ihre ersten Strahlen zu mir,
läßt mich träumen von diesem Bild auf Papier.
Kein Luftzug regt sich, alles wartet still,
auf das, was der Tag uns heute bringen will.
Ganz allmählich fängt sich alles zu regen an,
der Kater reckt sich und geht auf Beutefang.
Erste Hummeln treffen sich auf den Lavendelblüten,
die Entenmama verläßt ihr Nest mit ihren Küken.
Die Müllabfuhr leert die Mülltonne aus,
die Nachbarin steht rauchend vor ihrem Haus.
Die Sonne steigert rasch ihre Energie,
übernimmt am Himmel die Hierarchie.
Blüten und Blätter recken sich ihr entgegen,
Ameisen sind unterwegs auf verschlungenen Wegen.
Es ist Zeit für manche Geschäftigkeit,
bis sich mittags die brütende Hitze zeigt.
Dann zetern die Grillen lautstark im Chor,
und bringen ein Gefühl von Hochsommer hervor.
Es ist Zeit, sich einen Platz im Schatten zu suchen,
die Augen zu schließen und wegzudrusen.
Derweil die Wärme wie eine Wand sicher steht,
und die Spinne in der Ecke ihr Netz weiter webt.
Leichter Wind kommt auf, läßt die Gräser tanzen,
die Stockrosen stehen starr wie Lanzen.
Große Wellen ziehen über das Getreidefeld,
die Luft ist von leisem Rauschen erfüllt.
Zum Abend hin duftet es nach Blüten und Heu,
der Sprenger verteilt schnirpsend sein Wasser treu.
Die Stare zänkern im Augustapfelbaum,
der Wind bewegt sich nun wieder kaum.
Ganz allmählich werden die Schatten lang,
die Amsel startet ihren finalen Gesang,
bis die Sonne sich violett dem Horizont zuwendet,
und wieder auf die andere Seite der Welt verschwindet.

Geschrieben von
Kerstin Blumberg
Ich male und bastle sehr gern und habe vor kurzem das Schreiben von Gedichten für mich entdeckt.
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