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20.03.2022
Lyrik

Erwachen – ein Gedicht


Passend zum heutigen Frühlingsanfang am 20. März hat Marcel Schmied ein Gedicht geschrieben.

Erwachen Gedicht

Des letzten Winters Atem
zog noch über Land.
Doch durch des Frühjahrs Hand,
ward Eis und Schnee gebannt.

„Ziehe von dannen, du, des Winters Kleid!“
Der Frühling erhob sich prächtig.
„Deine tristen Tage, sind die Menschen leid“,
sprach die Jahreszeit so mächtig.

Doch des eisigen Väterchen Mantels schüttelte da sich.
„Warte nur, mein Freund. Ich komme wieder.“
„So? Dann schlage ich dich nieder!
Einmal wieder.“

So geschah es, dass des Frühjahrs liebsames Herz,
nahm all des kalten Winters Schmerz.
„Nun kommt, stehet auf meine zarten Wesen.
Des Winters Regentschaft war einmal gewesen.“

Da streckten sich die Blumen, das Laub und alles Geäst.
Auf dass der Winter ihnen, nun vom Leibe lässt.
So zog er denn müßig von dannen,
und durchfuhr mit seinen Winden noch die Tannen.

Es brach alsbald auf, die dunkle Wolkendecke
auf das sich keiner mehr verstecke.
Goldenes Licht traf auf die Welt,
sodass all das Leben ward wieder erhellt.

Vögel sangen fröhlich in der warmen Luft.
Blumen aller Farben enthüllten ihren Duft.
Ein lebensfrohes Grün malte sich über das Land.
Bald, da war es allen bereits bekannt.

Der Lenz, er streift wieder durch die Wälder.
Einen Weidenstock in seiner Hand hält er.
Der Mantel bestickt mit Primeln, Tulpen und Narzisse.
Schenkt ein jedem das Glück, sodass keiner es vermisse.

Des letzten Frühjahrs Atem
zog noch übers Land.
Doch durch des Sommers Hand,
ward alsbald auch er gebannt.

Marcel Schmied

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