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29.08.2022
Regionales
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Ein Leben für das Wohl der Tiere


Fellkontrolle im Tierpark Ueckermünde

In diesem Jahr kann der Tierpark Ueckermünde bereits sein 60-jähriges Bestehen feiern. Der Zoo am Stettiner Haff lockt viele Besucher aus Nah und Fern ins Seebad Stadt Ueckermünde. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Einrichtung vom kleinen Tierpark zu einer touristischen Attraktion in der Region entwickelt. Für mehr als 400 heimische und exotische Tiere in 100 Arten wurde er zum Zuhause. Das Team der Tierpfleger ist maßgeblich daran beteiligt, dass es den tierischen Bewohnern so gut geht. Seit mehr als 40 Jahren umsorgt Sybille Siedelberg ihre Lieblinge. Meist ist sie bei den Lamas, Zebras, Trampeltieren oder Kängurus anzutreffen. „Ich wollte schon immer einen Beruf, der mit Tieren zu tun hat, ausüben“, blickt sie zurück. Doch in der damaligen DDR war es trotz des erfolgreichen Abiturs nicht so einfach, für ein Studium der Veterinärmedizin zugelassen zu werden. Da ihr dieser Wunsch verwehrt blieb, entschied sie sich kurzerhand dazu, Tierpfleger zu werden. Sie bewarb sich in vielen Zoos und erhielt schließlich die Zusage aus Stralsund und eben aus Ueckermünde. Sybille Siedelberg entschied sich für Ueckermünde. Zwar hatte sie nun einen Arbeitsplatz, aber die Ausbildung zum Tierpfleger musste die junge Frau aus Lychen über die Erwachsenenqualifizierung in Rostock nachholen. Und sie hatte noch ein ganz anderes Problem: Sie brauchte eine Wohnung. Der damalige Tierparkdirektor Scholze half der jungen Frau auf völlig unkonventionelle Art. Der sich im Tierpark befindliche Bungalow wurde zumindest für die Sommermonate zu ihrem Zuhause. Im Winter wurde dann das Büro des Wirtschaftsleiters umfunktioniert.

In den mehr als 40 Jahren ihrer Tätigkeit haben sich viele Dinge verändert. „Die Haltungsbedingungen für die Tiere sind viel besser geworden als früher“, freut sich die erfahrene Tierpflegerin. Da unter anderem für Braunbären oder Leoparden keine artgerechte Haltung im Zoo am Stettiner Haff sichergestellt werden konnte, mussten diese Tiere leider in andere Einrichtungen abgegeben werden. Dafür wurden aber viele andere Anlagen für Tiere in den vergangenen Jahren umgebaut oder neu erschaffen: Die Bärenanlage wurde zum neuen Domizil für die Mandrills, aus der alten Anlage der Schakale entstand die Dingoanlage. Wölfe und die farbenfrohen Flamingos konnten ebenfalls in neue Anlagen einziehen. Wenn Sybille Siedelberg eine Empfehlung für eine mögliche Tierpatenschaft aussprechen würde, wären es die Zebras. „Das Leben hat mal dunkle und mal helle Seiten“, erläutert sie so die Fellzeichnung der Zebras. Für sie hatten die vergangenen vier Jahrzehnte im Tierpark aber meist helle Seiten. Die freudigen Ereignisse überwiegen in ihrer körperlich anstrengenden und verantwortungsvollen Arbeit, bei der das Tierwohl immer an erster Stelle steht. „Ich bin in all den Jahren jeden Tag gern zur Arbeit gegangen“, so Sybille Siedelberg. Dafür wird die Tierliebhaberin mit dem Kontakt zu den Tieren belohnt. Ein Lieblingstier hat sie auch nach den vielen Jahren nicht. Allerdings gibt sie zu, dass sie gern Tiere mit richtig viel Fell krault. Eine extra Streicheleinheit erhalten daher auch die Lamas, wie der neue Hengst William, der aus dem Rostocker Zoo nach Ueckermünde kam.

Gern gibt die langjährige Mitarbeiterin ihr Wissen an die Auszubildenden des Tierparks weiter. Die jungen Leute können viel von ihr lernen. Gerade begannen zwei neue Lehrlinge die Ausbildung zum Zootierpfleger. Eine Auszubildende befindet sich im zweiten Lehrjahr und zwei junge Leute sind bereits im dritten Lehrjahr. Außerdem absolviert gerade ein Mitarbeiter ein freiwilliges ökologisches Jahr im Tierpark. Sybille Siedelberg hofft, dass diese jungen Leute so wie sie ihren Traumjob gefunden haben.

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Geschrieben von
Doreen Schmidt
Ich manage unser Unternehmen und bin täglich in der Region unterwegs, um die neuesten Eindrücke und Ideen der Menschen vor Ort einzufangen und aufzuschreiben.
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