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15.11.2020
Regionales

Der Hospizdienst Uecker-Randow e.V. hilft seit 20 Jahren


Hospizdienst Uecker-Randow

Seit dem Jahr 2000 begleitet der Hospizdienst Uecker-Randow e.V. mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern Menschen auf ihrem letzten Weg und unterstützt deren Angehörige bei der aufopferungsvollen Pflege psychosozial. Sie geben ihnen das Gefühl da zu sein und bieten die Möglichkeit von Gesprächen. Die Wohlfahrtsverbände DRK, AWO und VS waren damals Mitbegründer des Vereins, ebenso wie Pia von Lünning, die heute Ehrenmitglied ist. Der erste Ausbildungskurs begann im Jahr 2001. „Einige dieser Helfer*innen sind immer noch dabei“, so Beatrice Duhse. Sie ist neben Susanne Bitzker eine der beiden Koordinatorinnen des Vereins und führt die Erstgespräche mit den Betroffenen und Angehörigen. Die Unterstützung ist vielfältig. Es kommt immer auf die Person und die persönliche Lebenssituation an. Einfach nur zu hören, vermitteln, Ängste und Sorgen nehmen, Normalität ins Leben der Angehörigen bringen, sie entlasten und letzte Wünsche erfüllen, wie z.B. auch Fahrten mit dem Zeitreisemobil begleiten, die ehrenamtlichen Begleiter*innen nehmen sich viel Zeit. Dabei gehen sie in die Häuslichkeit, besuchen ihre Klienten während eines stationären Aufenthalts in der Klinik, im Hospiz oder in Heimen. 82 Mitglieder zählt der Verein. In der gesamten Uecker-Randow-Region sind derzeit 25 ehrenamtliche Begleiter*innen unterwegs, unter ihnen lediglich zwei Männer. Sie üben im Alltag völlig unterschiedliche Berufe aus: sind Verkäufer, Polizisten, Ärzte. Die Älteste ist mittlerweile 81 Jahre, die Jüngste 29 Jahre. Ein Kurs, in dem die künftigen Begleiter*innen ausgebildet werden, endet demnächst, so dass dann weitere Elf zur Verfügung stehen. „Wir sind an keine Konfession gebunden und unsere Hilfe ist für die Betroffenen kostenlos“, erläutert Susanne Bitzker. Finanziell gefördert wird der Verein durch den VdEK (Verband der Ersatzkassen) und Spenden.

Seit September 2018 in der Oase – Haus an der Schleuse in Torgelow Trauernden die Gelegenheit, sich im geschützten Raum auszutauschen, zu reden oder einfach nur zu zu hören. Im Trauercafé in Torgelow ist Trauern erlaubt.„Im Alltag der heutigen Gesellschaft sind Themen wie Tod und Trauer tabu. Wer einen geliebten Menschen verloren hat, weiß oft nicht, wie er mit dem Verlust und der entstandenen Leere umgehen soll. Manchmal ist es sogar in der eigenen Familie schwer, Trost zu finden, da jeder Mensch Trauer unterschiedlich verarbeitet und mit ihr umgeht“, so Verena Stock. Sie betreut gemeinsam mit Susanne Bitzker das Trauercafé. Betroffene fühlen sich oft mit ihrem Schmerz allein, leer und von ihren Mitmenschen unverstanden. Für Freunde oder Arbeitskollegen ist die neu entstandene Situation schwierig. Es fällt ihnen oft schwer, auf die Trauernden zuzugehen. „Jeder denkt, er muss weiter funktionieren. Angehörige haben zu wenig Zeit, bei der Aufarbeitung der Trauer zu helfen“, berichtet Verena Stock aus ihrer Erfahrung. Maximal zehn Teilnehmer können gleichzeitig das kostenlose Angebot des Trauercafés nutzen. „Es wird schwierig, die wachsende Nachfrage zu kompensieren“, so Verena Stock. „Torgelow ist zwar relativ zentral, dennoch müssen Trauernde manchmal einen langen Anfahrtsweg auf sich nehmen“, ergänzt Koordinatorin Beatrice Duhse noch. Daher sind „Nachahmer“ erwünscht. Wer also eine Idee hat, wo in anderen Orten der Uecker-Randow-Region ebenfalls ein Trauercafé entstehen könnte oder sich vorstellen könnte, die Leitung eines Trauercafés zu übernehmen, kann sich gern beim Hospizdienst in Pasewalk melden.

Informationen über den Verein, die Tätigkeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen, wie man selbst Begleiter*in werden oder als Angehöriger die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen kann, erhalten Interessierte auf der Homepage www.hospizdienst-uer.de. Beatrice Duhse und Susanne Bitzker sind persönlich unter der Telefonnummer 03973/228777 oder per Mail an kontakt@hospizdienst-uer.de erreichbar und beantworten gern Fragen.

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Geschrieben von
Doreen Vallentin
Ich manage unser Unternehmen und bin täglich in der Region unterwegs, um die neuesten Eindrücke und Ideen der Menschen vor Ort einzufangen und aufzuschreiben.
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