Sommerpause sorgt für Anstieg der Arbeitslosigkeit
Im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist die Arbeitslosenquote im Juli auf 9,1 Prozent gestiegen, vor allem bedingt durch die Sommerferien und auslaufende Verträge.
Die Agentur für Arbeit verzeichnete im Juli insgesamt 10.281 arbeitslos gemeldete Personen in der Region – ein Plus von 339 Menschen gegenüber dem Vormonat. Dieser Anstieg ist für die Sommermonate typisch. Viele Unternehmen stellen während der Urlaubszeit weniger neues Personal ein. Zudem enden zur Jahresmitte befristete Verträge sowie Arbeitsverhältnisse im sozialen Bereich, die an das Schuljahr gekoppelt sind. Besondere Auswirkungen zeigte dies bei den Frauen: Mit 202 Neuansammlungen stellten sie den größeren Anteil der Neumeldungen.
Regionale Unterschiede und Plus bei offenen Stellen
Der Blick in die Region zeigt ein gespaltenes Bild. Während die Quoten in Anklam (10,6 Prozent) und Greifswald (7,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr stiegen, sank die Arbeitslosigkeit in Pasewalk, Ueckermünde und Wolgast. Dennoch verharren Pasewalk mit 11,7 Prozent und Ueckermünde mit 11,3 Prozent weiterhin auf den höchsten Werten im Landkreis. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres liegt die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Landkreis allerdings um 184 Personen niedriger.
Positiv entwickelt sich der regionale Stellenmarkt. Die Betriebe meldeten im Juli 523 neue freie Arbeitsplätze – 103 mehr als im Vorjahresmonat. Der größte Bedarf besteht in folgenden Branchen:
- Gesundheits- und Sozialwesen (96 Stellen)
- Handel (47 Stellen)
- Verarbeitendes Gewerbe (37 Stellen)
- Öffentliche Verwaltung und Unternehmensführung (35 Stellen)
- Baugewerbe (33 Stellen)
Trend zur ausländischen Beschäftigung setzt sich fort
Die aktuellsten Daten zur Beschäftigung zeigen für Ende 2025 insgesamt 82.242 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Landkreis. Das sind knapp 1.000 Personen weniger als Ende 2024. Während die Zahl der deutschen Beschäftigten demografisch bedingt um 1.267 Personen sank, stieg die Zahl der Beschäftigten mit ausländischem Pass um 269. Mittlerweile besitzt fast jeder zehnte Beschäftigte in der Region eine ausländische Staatsbürgerschaft. Für den Spätsommer rechnet die Arbeitsagentur ab September wieder mit einer Belebung des Arbeitsmarktes durch den Ausbildungsstart.